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Montag, 19.02.2007

Liam David

Oops falsches Blog erwischt!! Hier geht es zum richtigen. Den Rest bitte ignorieren ;-)





Liam David ist geboren Samstag, den 17. Februar, um 8h morgens
im National Maternity Hospital Dublin. Alle frischgebackenen Eltern behaupten das gleiche, aber diese ist wirklich das Süsseste Baby der Welt.



Stolz ist ein abgegriffener, oft misbrauchter Begriff, mit dem ich meine Probleme habe. Aber ich bin stolz darauf, was mein Kind und meine Frau in jener Nacht geleistet haben und ich bin dankbar, dass ich dabei sein durfte.

Dienstag, 28.11.2006

Juni/ June 2006

Dieser Monat war bislang derjenige, indem am meisten passiert ist. Nachdem feststand, dass wir nach Irland ziehen haben wir uns einige Tage zum Wohnungssuchen in Dublin frei genommen ? Jose hat sie frei genommen, mein Schuljahr war ja schon wieder rum.
Flug- und familientechnisch haben wir noch 4 Tage Deutschland eingeschoben, und damit?s nicht zu unstressig wird sind wir vorher noch in Griechenland 3 Tage weggefahren (es leben die streikenden Studenten, die hier tatsächlich das Gebäude so besetzen, dass keiner rein oder raus kommt! Die einzige Ausnahme haben sie für uns Griechischlerner gemacht, da wir eine Prüfung zu absolvieren hatten. Wir durften rein und glücklicherweise auch wieder raus ;))

This month was the most busy one. After it was certain that we would move to Ireland Jose took a week off and we flew there for a few days to look for a house and get some administratve things done. We decided to stay a couple of days with our family in Germany and just for the fun of it we went to the Pilion for 3 day before flying to Dublin (and again thanks to the students who were - still or again -
on strike and occupying the building in such a way that no one could get in or out - only we foreign students learning greek, because we had an exam to do).


Wir sind also Anfang Juni nach Volos gefahren bzw. auf die Halbinsel des Piliongebirges.
So, at the beginning of of June we drove to Volos, well, mainly to the Pilion.



Dort haben wir uns einen tollen Campingplatz gesucht und von dort aus Ausflüge ins Pilion gemacht. Wie immer waren wir Autowandern und sind nur zu besonderen Gelegenheiten ausgestiegen.
Zum Beispiel um eine riesige Platane zu sehen,

There we looked for a nice camping site and from there we did trips into the Pilion. Like always we were "cartramping" and only to special opportunities stepped out if the car. To see for example an enormous plane tree.




Die Ausmaße der Platane waren fantastisch. Die Blätter vorne Bildmitte sind kaum einen Meter von mir entfernt, während der Stamm, na ja, schätzen dürft ihr selber ?.

The extents of the plane tree were fantastic. The leaves in front are hardly a meter away from me, while the trunk, well guess if you want to ...



Wie immer waren die Verkehrszeichen recht hilfreich
Like always the road signs were quite helpfull

,

die Buchten traumhaft
the bays fantastic




die Straßen urig
the roads lovely



und das Wetter gemischt. Als wir auf der Ostseite des Pilion waren hat es auf der Westseite übelst gehagelt, wir haben nur ein bisschen Regen und Gewitter abgekriegt.

and the weather mixed. As we were on the eastern side of the Pilion on the west side there were severe hails and thunderstorm, while we only had a little rain and thunderstorm.

Nach ein paar Tagen Deutschland sind wir dann von Baden-Baden aus nach Dublin geflogen. Dieser Flughafen und genau dieser Anblick aus dem Fenster der Wartehalle sollte langsam zu einem sehr vertrauten Anblick werden. Es lebe der Billigflieger, dank dem man auch mal gschwind heimfliegen kann.

After a few days in Germany we flew then from Baden-Baden to Dublin. This airport (Baden-Baden) and exactly this view from the window of the waiting hall should become a very familiar one.(Long live Ryanair!)



Nach einer Kurve über Heidelberg kamen wir dann endgültig in fremdes Terrain und wussten nicht, was uns erwartet.

Passing over Heidelberg we then finally came into unknown terrain and didn't know what we could expect.



Dublin brachte uns hauptsächlich eine wohntechnische Ernüchterung. Nachdem wir uns drei Appartements angeschaut hatten wussten wir, dass wir mal wieder einiges unseres Hausrats in Kisten verpackt auf dem Speicher meiner Eltern einlagern werden müssen. Naja, eigentlich sogar das Meiste ? Wer von euch schon mal in Irland in einer Wohnung war, der weiß wovon ich spreche, wer englische Häuser kennt, der dürfte wohl ähnliche Erfahrungen gemacht haben was die Größe der Wohnungen betrifft, und für alle anderen:
Unser jetztiges Reihenhaus hat rund 64 qm; 2 Schlafzimmer, ein Bad und einen Abstellraum in der oberen Etage, Wohn- Esszimmer, Küche, Flur und zwei Abstellkammern (eine davon hört auf den Namen Harry Potter) in der unteren Etage. Die Treppe darf man natürlich auch nicht vergessen, die wird da auch noch reingeklemmt. Nochmals zur Erinnerung, wir sprechen hier von 64 qm!
Dafür braucht man wenig Möbel, muss nicht viel heizen, saugen oder aufräumen, und man kann sich mit Normalstimmer von der oberen in die untere Etage unterhalten ? das liegt auch an der Dünne der Wände?
Naja, später mehr.

Dublin brought us mainly one disillusion. After we had looked at three apartments, we realized, that most of our household will disappear for the next three years in the attic of my parents (like before Athens).
Our house has approximately 64 square meter; 2 bedrooms, a bath and a storageroom in the upper floor, living- dining-room, kitchen, corridor and two storagerooms (one of it is called "Harry Potter") in the lower floor. Do not forget the stairs which have to squeeze in there too, somehow.
Again, we have 64 square meter!
But one needs few furniture, doesn't have to heat a lot, nor to hoover or to clean up, and you can talk with normal voice from the upper to the lower floor
the walls are thin!
Later more.

Wir haben uns in den paar Tagen Dublin angeguckt, da obwohl das ja der Hauptgrund war warum wir gekommen sind, Joses Papiere ? Vertrag und ähnliches noch nicht fertig waren. Also haben wir ? statt viel Zeit mit der Administration und der Organisierung unseres ?neuen Lebens? (wie bedeutungsträchtig doch solche Worte werden können?) ? viel Zeit innerhalb Dublins Innenstadt und den Vororten verbracht. Glücklicherweise war das Wetter ganz auf unserer Seite ? kein Regen, kein Wind, sondern manchmal sogar schön warmer Sonnenschein.

In Dublin we went sightseeing, since there wasn't much to do. Joses papers - the reasen we went there in the first place - weren't ready yet, So, - instead of spending much time with the administration and organizing our "new life" - we spent much time within Dublin city and the suburbs.
Fortunately the weather was on our side - no rain, no wind, but sometimes even beautifully warm sunshine.

Christchurch


St. Patricks Cathedral


Einfahrt zur Guinness Brauerei
Entry to the Guinness brewery



Die Liffey, die Dublin in Nord- und Südstadt trennt
The Liffey, which separates Dublin into North and South


Ebbe
Low tide



eine kleine Wanderung
a short walk






Zurück in Athen hat sich bei mir der ganze Stress und die Schwangerschaft bemerkbar gemacht, so dass ich ? während Jose versucht hat unseren Hausrat nach ?muss nach Irland?, ?bleibt in Deutschland? und ?fliegt in den Müll? zu sortieren,

Back in Athens the whole stress and the side effects of the pregnancy became apparent, so that I - while Jose tried to seperate our household into "must go to Ireland", "remains in Germany" and "directly into the skip"




und nebenher noch einklitzekleines bisschen Arbeiten gegangen ist ? mich hauptsächlich im Bett oder über der Toilettenschüssel befand.
Nach etwa einer Woche in dem Zustand habe ich von meiner Ärztin eine Infusion bekommen (das war einer meiner besten Krankenhausaufenthalte schlechthin: auf drei Stunden begrenzt, dafür ging es mir von Minute zu Minute merklich besser), und konnte Jose ein bisschen helfen. Dennoch mussten wir unseren Möbelabholer um zwei Tage nach hinten verlegen, und konnten dementsprechend auch erst zwei Tage später unsere Reise Athen ? Patras ? Venedig ? Bühl antreten.

and beside still went a little working - I mainly was in bed or over the toilet bowl. After approximately one week in this condition I got an infusion from my doctor (that was one of my
best stay at hospital ever: on three hours limited, and I was feeling from minute to minute noticeably better), and I could help Jose a little. Nevertheless we had to postpone the date when the company wanted to pick up our stuff for two days, and therefor left Greece on the 30.06.06.

Dienstag, 14.11.2006

Großer Nachtrag :) Teil 2

Mai 2006

Das Highlight im Mai waren eindeutig Kühe!
Plötzlich und ohne Vorankündigung standen in Athen lauter Kühe rum. Von dem was ich beurteilen kann in Originalgröße, aber ? und daran erkennt man, dass es nicht allzu viele Kühe in Griechenland gibt - was die farbliche Gestaltung betrifft, rate ich nochmals zu Biounterricht.

The highlight in Mai were definitly cows! Suddenly and without any advance notice there were loads of cows in the middle of Athens. As far as I know in full-scale, but - and that's how you sense, that there are not much cows around in Greece - regarding the design of the cows I would suggest classes in biology again....

Meine Favoriten sind
My favorites are

Froschkuh und Fischkuh
frogcow and fishcow



Wachkuh und das Sternbild der Kuh
guard cow and the constellation of the cow



Und mein absoluter Favorit ist die Trojanische Kuh (irgendwo hat sich Homer wohl geirrt)
But definitly the best of all was the Trojan cow (somewhere Homer/Όμηρος got it all wrong)


Im Mai waren auch die Weltmeisterschaften im Einer und Zweier Wildwasserkajak- und -kanufahren. Stattgefunden haben die an einem Wochenende mit rund 35°C und ich hatte so Lust mir einen Schwimmreifen zu schnappen und die Bahn runterzugondeln. Leider war es aus mir völlig unerklärlichen Gründen verboten :(

In May there has also been the World Cup in Whitewaterslalom.
It was a very hot weekend, with temperatures around 35°C. I wanted so much to grab a floating tyre and jump in, but for some unexplainable reasons it was forbidden :(

Aber die Kajaker und Kanuten hatten ne Menge Spaß!
But the canoists had loads of fun...


Ende Mai an einem Mittwoch und einem Donnerstag sind wir in die Südpeloponnes gefahren. Das wurde möglich dank der Studenten hier in Athen, die die Universität besetzt hielten, weil sie ? mal wieder ? gegen irgendwas streiken. Ein Hauptpunkt war, dass sie die Bücher jetzt selber bezahlen sollen?
Na ja. Ich habe ja sowieso Urlaub, und Jose hatte damit zwei Tage frei, die wir nutzten, uns eine kleine Kirche bei Idarí anzuschauen, die es hier innerhalb und z.T. auch schon außerhalb Griechenlands zu einer gewissen Berühmtheit (innerhalb Griechenlands hat sie bestimmt auch den Wunder- Status) erlangte, da aus dem Kirchle 17 doch erstaunlich große Bäume wachsen, während in dem Kirchle (fast) nichts davon zu sehen ist.
Die Wurzeln müssen sich also irgendwie zwischen den Steinplatten der Wand durchschlängeln.

On a wednesday and a thursday end of May we drove down to the southern part of the Peloponnese. That was only possible thanks to the students in Athens, who occupied the University due to a strike for whatever.
Well, I had holidays anyway and José now had 2 days off, so we went down there to look for a church close to Idarí, which is well known in Greece, and maybe also known by a few people outside of Greece (while in Greece it has probably the status of a wonder). That is because on the little, tiny church grow 17 trees. But these are not little, tiny small trees, but remarkably big, therefor, that they grow out of a church and you don?t see any of the roots! Somehow the roots must siddle their way through the wall.



Abends sind wir weiter nach Kiparissia gefahren, haben am Campingplatz (übrigens ein sehr schöner) genächtigt und sind am nächsten Tag wieder Richtung Athen gefahren.
Auf dem Rückweg nach Athen haben wir zufällig eine Thermalquelle in einer Grotte gefunden (ein Straßenschild hat unserem Zufall etwas auf die Sprünge geholfen). Keine Ahnung was da im Wasser drin war. Ich habe rote Haut bekommen, und unser ganzes gutes Silber ist schwarz geworden. (Die heimische Dorfbevölkerung geht da jeden Tag baden, kann also doch nicht soooo giftig sein.)
Es war total urig darin zu baden, aber beim nächsten Mal ziehen wir doch unseren Schmuck aus.

Mein Silberring hat bis heute schwarze Flecken, Joses Piercing ? leider kein reines Silber ? ist völlig schwarz geworden.

The night we spend at a very nice campsite in Kiparissia, and drove back towards Athens the day after. By coincidence we found a grotto with a thermal spring inside (ok, there was asign at the road...). We have no idea what actually was in the water, but i got a red skin when I stepped out, and all our good silver got black. That is to say, that my ring still has black spots and Josés piercing we had to throw away (it wasn?t pure silver anyway.)
Well the village people bath there every day, so it can?t be that poisonous, but the next time we will take off our jewellery....



Mittwoch, 25.10.2006

Großer Nachtrag :)

Jetzt endlich haben wir wieder Internet und jetzt endlich kommen die lang herbeigesehnten Beiträge unserer letzten Monate in Athen.

April 2006

Meine Schwester und ihr Freund haben uns besucht.
Nach einigen Tagen Athen und dem zugehörigen Sightseeing:
Turm der Winde

Kap Sunio bei Sonnenuntergang

der Zeus- Tempel

die Wachablösung vor dem Grab des unbekannten Kriegers

und schließlich Keramaikos, der ehemalige Keramik produzierende Stadtteil Athens.


Nachdem wir dann von Athen und dem Müll ? der lag immer noch rum ? die Nase voll hatten, sind wir dann ein bisschen in Griechenland rumgefahren. Die wohlbekannten Highlights:
Der Kanal von Korinth ?immer wieder faszinierend

Altkorinth ? Jose und ich haben uns nur das Theater angeschaut, aber außer Mohn gabs da nicht viel

Akrokorinth ? wobei Jose und ich auf einen kleineren Berg mit einer Art Wehrturm spaziert sind


Auch Mykene musste wieder dabei sein, diesmal ? nach etwa 4 Fehlversuchen ? mit Taschenlampe. Zuerst waren wir im Museum, die Goldmaske des Agamemnon anschauen


und dann sind Jose und ich zur Zisterne gelaufen, in die wir immer schon einmal rein wollten, aber nie die Taschenlampe dabei hatten. Das zweite Bild ist mit Blitzlicht ins Schwarze fotografiert. Und da drin war es wirklich topfschwarz!

Zur Goldmaske sei vielleicht noch hinzugefügt, dass es sich nach neusten Forschungen nicht um die von Agamemnon handeln kann, da sie rund 400 vor der Zeit Agamemnons hergestellt worden ist. Na ja, mir soll es eigentlich auch egal sein, cool ist sie irgendwie trotzdem.
Auf einer Fahrt mit Umwegen

(nein, das ist nicht der Schwarzwald) nach Patras sind wir dann auch nach Delfi gefahren. Während Barbara und Lars sich das Modell

in echt angucken durften, sind Jose und ich auf den Parnassos gefahren und haben uns im Schnee vergnügt. Man beachte auf dem zweiten Bild die Skilifte!


Auf dem Rückweg nach Delfi hatten wir ausnahmsweise mal links vor rechts

, und das ausgerechnet, wo wir es doch eilig hatten. Zum Erstaunen aller Umstehenden durften meine Schwester und Lars eine Schneeballschlacht bei fast 30°C machen. Der schönste Moment war, als ich die Tüte überreicht habe, und Babs ganz freudig laut ?Schneeeeee!? rief. Das ist der Punkt, an den man alle deutschen Touristen erkennt, die haben sich nämlich alle umgedreht :-)
Zu Ostern wollten wir eigentlich auf einer Insel unser Zelt aufschlagen, in Ermangelung an offenen Zeltplätzen auf Evvia

und an kostengünstigen Fährplätzen auf eine Sporadeninsel, sind wir wieder nach Athen gefahren und haben selbst gegrillt!
Leider hatten wir keinen Grill, da musste dann eine alte Ölkiste herhalten, die fachmännisch zersägt und angefeuert wurde


Die Essensvorbereitung

wurde natürlich auch von ausgebildeten Fachkräften überwacht.



Leider fehlen auf diesen Bildern noch unsere frittierten Zucchini und die obligatorischen Pommes. Guten Appetit (Für Rezeptauskünfte stehen wir gerne zur Verfügung)

Dienstag, 25.04.2006

9 Tage Streik

Die Stadt Athen unternahm vor kurzem (völlig unnötige) Bestrebungen das Leben von Straßentieren zu verbessern und zu verschönern. Zusätzlich sind an unterschiedlichen Stellen ? quer durch die Stadt ? Tiervergnügungsparks eingerichtet worden..
Am meisten darüber freuen sich - die Ratten.



Messinias im Frühjahr

Über Fasnacht ? das ist auch schon wieder eine Weile her ? sind Jose und ich drei Tage in den Süden gefahren. Genauer gesagt auf die Südwest- Peloponnes. Nach einer kurzen Tankpause

ging es über Autobahn, Bundesstraße und dann auch über Landstraßen

vorbei an Privataltären

zu dem Apollo- Tempel in Vassae, der einer der besterhaltensten von Griechenland ist. Und das ist der erste Tempel, der noch ein wasserdichtes Dach überm Kopf hat ;)


Der Tempel ist rund 2500 Jahre alt, liegt auf 1150 Meter Höhe, und gehört zum Unesco Weltkulturerbe. Na, wer von euch hat von diesem Tempel schon mal was gehört??
Der Tempel wurde zwischen 450 und 420 v. Chr durch die Bewohner des nahe gelegenen Ortes Phigaleia zu Ehren von Apollon Epikourios gebaut, weil dieser sie vor der Pest bewahrt hatte. Angeblich hat Apollon den Einwohnern eine Heilpflanze gezeigt, die die Kranken heilte. Dummerweise ist diese Heilpflanze bis heute unbekannt.
Außerdem zeichnet diesen Tempel aus, dass der Architekt Gebrauch von verschiedenen Stilmerkmalen der Korinthischen und Ionischen Elementen machte und sie mit 6 Meter hohen dorischen Säulen kombinierte, so dass alle drei griechischen Säulenordnungen vertreten sind. Die korinthische Ordnung findet sich hier nach bisherigen Erkenntnissen zum ersten Mal.


Am nächsten Tag haben wir uns den Nestor- Palast genauer unter die Lupe genommen.

Nestor war ein Held in der griechischen Mythologie. In Homers Ilias spielt er eine der Hauptrollen, und versucht dort den Streit zwischen Agamemnon und Achill zu schlichten.

Danach sind wir in ein großes Olivenanbaugebiet gefahren. Hier kommt auch sehr gutes Olivenöl her, aber so gut wie es hier den Bäumen geht, ist das auch kein Wunder!



Weiter an der Küste runter Richtung Pylos

auf dem Weg zu einer Festung in Methoni

und dann über Koroni bis nach Kalamata.
Ein weiterer Tankstop wäre notwendig, leider für unser Gefährt unerreichbar ?

Kalamata war etwas enttäuschend. Man hört immer wo viel von dieser Stadt, aber für uns war sie nu wirklich reizlos.
Am nächsten Morgen haben wir uns also wieder auf in Richtung Athen gemacht und haben uns nebenbei das antike Messene angeschaut

Dafür, dass ich bislang noch gar nichts darüber gehört hatte, war ich enorm beeindruckt, wie groß das Ausgrabungsgebiet ist.

Die Heimfahrt verlief - wie im Sommer auch ? eher stockend, solange, bis Privatfahrer eine weitere Spur eröffnet haben.

Kefaloniá im Spätsommer

Lang, lang ist?s her, aber jetzt endlich habe ich mich dann doch überwunden einen Eintrag zu schreiben, der eigentlich schon vor 6 Monaten auf dieser Homepage hätte landen sollen? Und es liegt nicht am Stress, ich hab?s einfach nur vergessen. Man wird doch sehr nachlässig, wenn die Reaktionen immer magerer werden?

Nichts desto trotz folgen mit langer Verspätung ein paar Bilder von Kefaloniá. Wir waren da Anfang September letzten Jahres. José beruflich ? ich urlaubstechnisch. So Konferenzen in meiner Urlaubszeit haben schon gewaltige Vorteile ;)
Also sind wir mit dem Auto südlich von Patras nach Kyllini gefahren und haben mit der Fähre übergesetzt. Eigentlich wollten wir über Argostoli (die Hauptstadt der Insel) nach Lixouri (über die Bucht direkt gegenüber) fahren. Nachdem aber unsere Fähre In Argostoli nach einem unheimlich Geräusch nicht weiter gefahren ist (wahrscheinlich war das besser so), und die kleine Autofähre voll war, haben wir uns entschieden über Land zu fahren. Nicht der Aussicht wegen ? es ging mittlerweile schon auf 24 Uhr zu ? sondern weil die Fähre hin etwa 30 Minuten braucht, dann entladen werden muss, zurück fahren muss, beladen werden muss und wieder nach Lixouri fahren muss. Wir dachten, das geht schneller über Land, und 45 Minuten später waren wir dann auch im Hotel.
Am nächsten Morgen

musste Jose auf die Konferenz, während ich mir das Kaff und die zu Fuß erreichbare Umgebung angeschaut habe.
Den Tag darauf habe ich meine Inselbesichtigung in Angriff genommen. Zuerst auf den südlichen Zipfel der Landzunge,
die Bucht und Strand Xi zum morgendlichen Schwimmen

Das Kap Akronri mit Blick auf Inselinneres

und mit Salzkrusten auf den Steinen.


Danach bin ich in den Norden gedüst, vorbei an einem Fischer, der seeeeehr viel Zeit hat

vorbei an dem Örtchen Assos, das wunderschön auf einer Landenge zwischen Insel und Landzunge liegt

hinauf zur Myrtos- Bucht. Eine der Schönsten in ganz Griechenland. Und natürlich habe ich mich hier auch in Wasser und Sonne gewälzt, und den weißen Strand genossen. Das Wasser war so klar und fischreich, dass ich auch vom Schnorcheln und gelegentlichen Abtauchen nicht genug kriegen konnte. Der Blick war einfach fantastisch. Das nächste Mal, wenn ich dorthin gehe, nehme ich eine Unterwasserkamera mit, und lasse euch an den Bildern teilhaben.


Ganz am Nordende der Insel liegt ein Dörfchen, Fiscardo mit Namen, das farblich so gar nicht ins Griechenlandbild reinpasst. Angeblich ist es aber das einzige Dorf, das den ursprünglichen Charakter Kefalonias hat. Denn Kefalonia ist ein beliebtes Besuchsziel von Erdbeben, und Fiscardo ist das einzige Dorf, das bei dem großen Erdbeben 1953 nicht zerstört wurde.


Gegen Nachmittag bin ich wieder in südliche Richtung, natürlich mit kurzem Stop in der Myrtos- Bucht, nach Lixouri gefahren. Dabei habe ich eine Ziege beim Futtersuchen beobachtet:


Am nächsten Tag habe ich mir die Melissani Höhle im Osten der Insel angeschaut, die ist eigentlich echt lustig. Die Höhle ist an einer Stelle eingebrochen, da kann man rausgucken. Hauptsächlich ist sie aber mit Wasser bedeckt, und man fährt mit einem Boot drauf herum. Das Wasser ist brackig, aber das Faszinierende ist eigentlich, dass das Wasser aus einem Fluss kommt, der in Argostoli (im Westen der Insel) anfängt und an dieser Stelle ins Meer gelangt, also einmal unter der ganzen Insel durchfließt. Dummer Fluss?

Na ja, immerhin konnte man mit Hilfe dieses Flusses Meerwassermühlen bauen. Das Meer verschwindet wie gesagt bei Argostoli in einer Felsspalte und durchquert die Insel unterirdisch (verliert dabei ne Menge Salz). Dort, wo das Wasser verschwindet, hat man Mühlen gebaut um Getreide zu mahlen. Man kann auf diesem Bild leider nicht erkennen, wo das Wasser verschwindet, aber dafür, wie sorgfältig sich die Griechen um den Erhalt dieser Einzigartigkeit kümmern.


Um nach Lixouri zurückzufahren, habe ich die Route am südlichen Rand der Insel genommen, mehrere Schwimmstops eingelegt ? ein Strand ist schöner als der andere ? und gehofft die ein oder andere Schildkröte zu sehen (da hat?s nämlich einige), hatte aber wenig Erfolg ? eigentlich gar keinen.

Den Sonntag habe ich damit verbracht, Jose die Highlights ?meiner? Insel zu zeigen ? natürlich haben wir auch in der Myrtos- Bucht gebadet ? und gegen Nachmittag haben wir die Insel mit dem Schiff verlassen.
Zurück auf dem Festland dachten wir, wir fahren jetzt gemütlich heim, vorbei an den Kürbisverkäufern
,
aber das Schicksal war gegen uns:

Nachdem unser Auto immer langsamer wurde und wir nichts dagegen machen konnten, haben wir gute Bekannte in Athen ? ADAC ? angerufen, die uns gleich einen Abschleppwagen schickten, uns in Patras ein Zimmer besorgten und die ELPA (den griechischen ADAC) mit der Reparatur beauftragten.
Montag früh gehen wir also nach dem Frühstück zur ELPA, die erst mal unser Auto suchen muss. Denn bei der Werkstatt, wo es sein sollte, war es nicht. Nach einigem Hin und Her stellte sich heraus, dass das Auto bei der ELPA- Peugeotvertragswerkstatt gelandet ist und nicht bei der ADAC- Peugeotvertragswerkstatt. Jetzt war es natürlich zu spät das Auto noch zu checken, also mussten wir wieder ins Hotel einquartiert werden. Auf unser Bitten hin, ein Stadtnäheres. An der Hafeneinfahrt:

Da kommt richtiges Urlaubsfeeling auf.

Am Tag drauf wurde uns die Diagnose gestellt, das Ersatzteil eingebaut ? und das Auto hat immer noch nicht funktioniert. Neuer Tag, neuer Check, neue Diagnose. Ersatzteil muss bestellt werden, Jose muss nach Athen, arbeiten. Der werte ADAC besorgt uns einen Mietwagen (einen fast neuen Peugeot 206 mit Klimaanlage?), Jose hat seinen Führerschein nicht, also ?muss? ich das Auto fahren. Puh, wie traurig ;)
Also fahren wir nach Athen, am Freitag wieder nach Patras unsere Schrottmühle holen. Es ist schon ein Unterschied, ein Auto von 2 Jahren zu fahren mit allem Schnickschnack und dann wieder auf unser 14jähriges Gaul umzusatteln. Naja. Wir haben uns dann eine Pizza im wohl besten Pizzarestaurant gegönnt und sind wieder nach Hause gefahren.

Mittwoch, 29.03.2006

Ab nach Dublin!

Mein Vertrag an der Uni läuft Ende Juni aus. Nach langer Unsicherheit und Bangen, wissen wir jetzt endlich, wie es danach mit uns weitergeht ... in Dublin!

Ich habe letzte Woche eine Stelle an der Uni Dublin angenommen und gestern Abend die abschliessende Bestätigung erhalten. Folglich haben wir heute auch gleich ein neues Blog "Wir in Dublin!" eingerichtet unter:

http://dublin.blogg.de.

Leider war unser Wunschname "Eire" (wie auch immer man das ausspricht) schon vergeben :(

So, alles rund um unseren Umzug nach Dublin und den folgenden Auffenthalt findet ihr auf dem neuen Blog. Bis dahin geht es hier natürlich auch weiter. Wenn's passt setzen wir natürlich auch Links dazwischen, so daß niemand etwas wichtiges verpasst.


Zum Schmunzeln


Vor einiger Zeit war in unserer Zeitung ein Artikel, der mir tatsächlich den Tag aufgehellt hatte. Weniger über das was im Artikel steht, als das was zwischen den Zeilen bzw. gar nicht drinsteht, habe ich mich sehr gefreut, vor allem als dann abends noch eine wunderbar dazu passende Nachricht über einen Autounfall (ohne Tote und Schwerverletzte, völlig harmlos; dafür aber in den Tagesnachrichten 20(!) Minuten lang ?berichtet?) gesendet wurde.

Aber von vorne. Ich habe euch den Artikel übersetzt:

Deutschland: Betonung auf Qualität (A.d.Ü .: Die Griechen LIEBEN deutsche Qualität (Siemens, Bosch, Miele, Mercedes, BMW, Audi etc.))

(A.d.Ü. (Anmerkung des Übersetzters): Im Folgenden kursiv gedruckt.)

In Deutschland gibt es keine allgemeine Geschwindigkeitsbegrenzung. Dennoch hat es das Land geschafft, innerhalb von 10 Jahren das Straßennetz Ostdeutschlands zu modernisieren und die Unfalltodesrate so um die Hälfte zu reduzieren. (und was hat das mit dem Einleitungssatz zu tun?) Ein grundlegendes Mittel war der Erlass strengerer Vorschriften für die Herstellung von Straßen. Ein System, dass, wenn es in unserem Land angewendet wird, so schätzen die Wissenschaftler, zu ähnlichen Ergebnissen in viel kleinerem Zeitraum geführt hätte. (Gnadenlose Selbstüberschätzung! Ist ?Hybris? nicht auch griechischen Ursprungs?)
Im Gegensatz zu Griechenland, wo die Gesetzgebung die Verpflichtungen des Fahrers festlegt, legt die ?Fahrgesetzgebung? in Deutschland (weiß leider nicht den richtigen juristischen Ausdruck. Wer?s weiß, soll?s sagen) auch klar die Rechte des Straßenbenutzers fest (realistische Rechte legalen Überholens (klingt doch süß, oder? ?Realistische Rechte?, und vor allem das ?legale Überholen? fand ich toll. Das Original sagt eigentlich wortwörtlich: Rechte im realistischen Anteil legalen Überholens, was ja eigentlich noch viel besser klingt ? aber schwerer zu verstehen ist, und um euch nicht um diese Stunde zu überfordern, habe ich es vereinfacht ? man beachte den ?realistischen Anteil!!?), realistische Geschwindigkeitsbegrenzung, gut geplante und gut instandgehaltene Infrastruktur u.a.), welche der Staat nicht missachten darf.
Eine essentielle Art und Weise zur Bekämpfung der Autounfälle in Deutschland war der Erlass strenger und detaillierter Vorschriften für die Herstellung der Straßen. ?Die Vorschriften setzen grundlegende Elemente fest, wie Strafzettel, welchen Abstand Bäume von der Straße haben müssen, welche Höhe die Bordsteine haben müssen und welchen Abstand haben die Straßenbeleuchtungen.? (Ich wusste gar nicht, dass solche Sachen in einem europäischen Land nicht festgesetzt sind! Zu den Knöllchen, das wusste ich schon vorher, muss man tatsächlich sagen, dass es wichtig ist, wer es ausstellt. Die staatliche Polizei (sehr teuer) oder nur die Polizeigehilfen des Stadtteils (im Vergleich zu Deutschland immer noch teuer.)) Erklärt Herr Vassilis Psarianos, Leiter des Beobachtungsstandes von Verkehrssicherheit (das Ding heißt wirklich so?!) ?Die systematischen (damit haben die Griechen nu gar nichts am Hut) Studien von Infrastruktur führten zu einer Senkung der Verkehrsunfälle um 50% innerhalb eines Jahrzehnts.? (allgemein oder doch nur die Verkehrstoten??)
Außerdem war es 1990 mit der Wiedervereinigung der beiden Teile Deutschlands notwendig, das veraltete und schlecht geplante Straßennetz Ostdeutschlands zu modernisieren. Kennzeichnend war, dass Deutschland 20 Tote auf eine Milliarde ((!) das sagt der Text, ich glaube es nicht) Autokilometer, genau wegen des Straßennetzes der ehemaligen DDR, hatte. 2004 schaffte es es 10 Tote auf eine Milliarde Autokilometer zu haben (von 1991 bis 2004 sind also zehn Jahre!). Sie (die Deutschen) nahmen ein Straßennetz, das viel schlechter als das griechische war, und brachten es auf ihr (allgemein Deutschlands) höheres Niveau. Wenn die Deutschen ? es übernehmen würden, ihre Gesetzgebung und ihre Methoden an der griechischen Infrastruktur durchzuführen, würden wir (die Griechen) die Unfalltoten in einem Jahrzehnt (also in 13 Jahren) um die Hälfte reduzieren.

Abends kam dann folgende Unfallmeldung:
Ein BMW (deutsche Qualität ;)) ist einen 10 m tiefen Abhang runtergerutscht. Wie das?
Er hat auf regennasser und rutschiger Straße - wenn es regnet werden die Straßen hier immer spiegelglatt, weil der ganze Staub eine Schicht bildet, auf der es kein Halten gibt - mit überhöhter Geschwindigkeit bei einem Überhohlvorgang rechts auf dem Standstreifen die Kontrolle über sein Auto verloren, durchbrach die Leitplanke und ist dann den Abhang runter gefallen.

Schuld ist:
Die Leitplanke. Warum? Sie war zu niedrig und nicht im Boden mit Zement verankert, sondern einfach nur in den Boden gesteckt.

Griechische Logik. Da hilft auch deutsche Qualität nicht mehr.

Donnerstag, 16.02.2006

Mein Fahrrad


Letzten Samstag habe ich mir ein Fahrrad gekauft! Wirklich!

So ein Citybike ... taugt zwar nicht viel, war aber auch recht günstig, hat immerhin einen Gepäckträger für die Jule, Schutzbleche, aber kein Licht - das gibt's hier nicht - sondern nur Reflektoren, und immerhin etwa 18 Gänge.

In Athen sieht man nur sehr wenig Radfahrer. Spätestens jetzt weiss ich warum. Man büßt alle Rechte als Verkehrsteilnehmer ein und wird zum Hinderniss reduziert, welches auch noch selbst zusehen muss, wie es aus dem Weg kommt.

Aber das war mir eigentlich schon vorher klar, und ich will damit auch nicht in Athen herumfahren. Eigentlich nur in mein Büro. Leider liegt das etwa 8km entfernt und doch deutlich höher am Hang.

Natürlich habe ich keine Lust die grösseren Strassen entlang zu fahren, doch leider gibt es auf meiner Strecke nur selten kleine, nette, parallele Seitenstrassen, so dass ich doch etwas umständlich fahren muss und immer noch am optimieren bin. Das schlimmste ist aber, dass meine Strecke leider noch ein sehr ungeschicktes Höhenprofil aufweist. Ich muss ständig unnötigerweise auf und ab fahren, aber daran wird sich wohl nicht viel machen lassen.

Naja, nach knapp über einer halben Stunde durchfahre ich dann das Tor zum Unicampus und setze dann erst mal ab. Die letzten 200 m zum Physikgebäude sind mir dann doch zu steil, alleine das hochschieben ist jetzt eine (kleinerwerdende) Tortur.

Jule meinte, dass ich für diesen Beitrag die Kommentarfunktion abschalten sollte, aber ich glaube an das Gute im Menschen ...mal sehen ob ihr euch als Menschen erweist ;-)